Maria Callas: 13 Dinge, die Sie über die Operndiva noch nicht wussten

Ursel Braun über Maria Callas1. Maria Callas wurde von vielen Zeitgenossen als Perfektionistin beschrieben. Unbarmherzig schlampigen Kollegen gegenüber, aber auch hart gegen sich selbst. Im Alter von 30 Jahren wog sie 108 Kilo. Sie litt unter ihrer plumpen Figur und den unförmigen Kleidern, die sie tragen musste und entschloss sich zu einer erbarmungslosen Diät, durch die sie es schaffte, in einem Jahr 62 Pfund abzunehmen.

2. Auf die Frage eines Reporters, wie ihr das gelungen sei, antwortete sie: „Ich hatte einen Bandwurm. Jetzt habe ich keinen mehr.“

3. Schlank wie ein Mannequin schlenderte sie im darauf folgenden Sommer in einem mit Rosen bedruckten Overall durch Portofino.

4. Fortan ließ sie sich von den teuersten Couturiers einkleiden. Auf dem Kaiserball im New Yorker Waldorf Astoria erschien sie 1957 im prachtvollen Gewand einer Pharaonin.

5. Im gleichen Jahr wurde sie von der Vogue zur elegantesten Frau der Welt gekürt.

6. Ein sattes Türkis war die Lieblingsfarbe der Sängerin.

7. Aristoteles Onassis war knapp 20 Jahre älter als Maria Callas. Der notorische Frauenheld lud die Sängerin gemeinsam mit Winston Churchill und dessen Frau Clementine zu einer Kreuzfahrt auf seine Yacht ein. Die „Christina“ legte im Juni 1959 in Monte Carlo ab. Schnell bahnte sich eine Liebesbeziehung zwischen der Callas und ihrem griechischen Landsmann an. Das Prekäre daran: beide waren noch verheiratet, doch sie trennten sich von ihren Ehepartnern. Endlich das vermeintlich private Glück in Händen haltend, trat die Musik zum ersten Mal im Leben der Callas in den Hintergrund, und sie träumte von einer gemeinsamen Zukunft mit Onassis. Als dieser 1968 Jackie Kennedy heiratete, erfuhr sie davon aus dem Fernsehen.

8. Über ihre Arbeit als Sängerin sagte sie: „ Die Verantwortung einer Primadonna ist enorm. Sie muss wahnsinnige Selbstdisziplin üben. Die Arbeit, die Proben, absolute Pünktlichkeit, ständige Selbstkontrolle. Anfangs hat man nichts zu verlieren. Aber wenn man erst einmal berühmt ist, müsste man verrückt sein, um keine Angst zu haben. Ich bin nicht verrückt. Ich stehe mit den Füßen immer fest auf dem Boden, aber ich kann nicht wissen, was in den Köpfen der Zuschauer vorgeht. Der Ruhm ist gefährlich, denn ich weiß genau, ich werde nicht immer jene Höchstleistungen erbringen können, die von mir erwartet werden. Ich mache meine Arbeit so gut wie möglich, aber ich bin auch nur ein Mensch. Mit dem Ruhm ist die Angst gekommen: Angst vor mir selbst. Angst vor den anderen.

9. Bei ihrer Abschiedstournee durch Europa, die USA und Japan trug sie zu einer lachsfarbenen Seidenrobe einen Fächer aus himbeerroten Straußenfedern.

10. 1966 bezog sie ein Appartement im der Avenue Goerges Mandel im 16. Pariser Arrondissement. Hinter dessen verdunkelten Fenstern verbrachte sie ihre letzten Jahre in einer Traumwelt, und hielt Zwiesprache mit Toten. In einem Brief, der in Verona wie eine Ikone ausgestellt wird, schrieb sie kurz vor ihrem Tod im September 1977 mit nur 53 Jahren: “Kein Kind, keine Familie, kein einziger Freund”.

11. Nach ihrem Tod wurde ihr Nachlass in Paris versteigert, darunter ein Chinchilla-Mantel, ein Paar langer weißer Handschuhe, unzählige Chanel-Kostüme und sogar ihre Dessous.

12. Um das Renommé der Sängerin nicht zu beschmutzen, wurde die Unterwäsche vorab von einer griechischen Stiftung erworben, die sie verbrannte und die Asche ins Meer streute.

13. „”Nicht ihre Koloraturen sind überwältigend, nicht ihre Arien, sondern allein ihr Atemholen, ihr Aussprechen. Sie hat nicht Rollen gesungen, niemals, sondern auf der Rasierklinge gelebt.” schrieb Ingeborg Bachmann 1960 in ihrem Entwurf zu einer Hommage an Maria Callas.

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